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Studienarbeiten am ifp

Florian Sayda

Untersuchungen der Anwendungsmöglichkeiten des ArcView 3D-Analyst

Dauer der Arbeit: 1 Monat
Abschluss: August 1997
Betreuer: Dr.-Ing. Monika Sester


In dieser Studienarbeit wird die Erweiterung 3D Analyst, für das Geoinformationssyteme ArcView der Firma ESRI , auf seine Möglichkeiten getestet. Hierbei werden die zwei Möglichkeiten betrachtet 3D-Daten zu modellieren. Dies ist zum einen die 2½ D- zum anderen die 3D-Darstellung von Daten. Der 3D Analyst stellt beide Methoden zur Verfügung.

Die Möglichkeit der 2½ D-Darstellung wurde an Hand eines konkreten Anwendungsbeispiels, einem Campus-Informationssystem getestet. In diesem kann die Lage von Instituten der Universität Stuttgart abgefragt und das entsprechende Gebäude in der 3D-Darstellung hervorgehoben werden. Als Datengrundlage standen Daten des Gebäudeinformationssystems der Stadt Stuttgart zur Verfügung. Für den Universitätsbereich Vaihingen wurde zusätzlich ein digitales Geländemodell einbezogen.

In Kapitel 2 dieser Arbeit wird die Bedienung der Programme ArcView und 3D Analyst beschrieben. Hier wird besonders auf die Funktionen eingegangen, die benötigt werden, um bereits vorhandener Datensätze zu visualisieren und Anfragen auf diese Relationen zu machen. Die Methode der 2½ Darstellung wird in Kapitel 3 beschrieben. Dies wird an Hand des Uni-Informationssytems durchgeführt. Hiermit lassen sich sehr ansprechende Visualisierungen erzeugen (vgl. Abbildungen). Auf die Erzeugung eines digitalen Geländemodells und die Möglichkeiten, die durch ein solches gegeben sind, wird im 4. Kapitel  eingegangen. Eine genauere Untersuchung der vollständigen 3D Datenmodellierung ist in Kapitel 5 zu finden. Die Arbeit endet mit einer Zusammenfassung, in der auf die Vor- und Nachteile des 3D Analyst eingegangen werden. VRML-scene

Ansicht des Universitätsbereichs Stadtmitte der Universität Stuttgart: in blau die Gebäude der Universität. Anklicken in Bild fuehrt zu VRML-Ansicht der Szene.
Datengrundlage 2D Daten aus digitalen Stadtkartendaten des Stadtmessungsamtes Stuttgart 

Weitere Ansicht des Universitätsbereichs Stadtmitte der Universität Stuttgart: in blau die Gebäude der Universität, in gelb Gebäude des Studiengangs Geodäsie und Geoinformatik.
Datengrundlage 2D Daten aus digitalen Stadtkartendaten des Stadtmessungsamtes Stuttgart

Uni Vaihingen Ansicht des Universitätsbereichs Vaihingen der Universität Stuttgart (2 1/2 D) mit digitalem Geländemodell; türkis Gebäude der Universität, graue Gebäude gehoeren nicht zur Universität.
Datengrundlage 2D Daten aus digitalen Stadtkartendaten des Stadtmessungsamtes Stuttgart


Zusammenfassung

Der hier getestete Erweiterung 3D Analyst für ArcView ermöglicht es auf einfache Weise, auch dem unerfahren Benutzer, dreidimensionale Daten in einem 3D GIS zu verwenden. Zur schnellen Darstellung von 3D Daten eignet sich besonders das 2½D Datenmodell. Die aus zweidimensionalen Geoinformationssytemen bekannten Selektionsoperationen aus ArcView lassen sich auch in der 3D Erweiterung  in der selben einfachen Art und Weise verwenden. Für den Einstieg in das Programm war das Quick Start Tutorial sehr hilfreich. Auch die Online Hilfe ist eine große Unterstützung beim Benutzen des Programms.
Bei der Erstellung eines 3D Uni-Informationssystems wurde das 2½ D Datenmodell benutzt. Hier konnten, dank der guten Datengrundlage, zwei anschauliche 3D Modelle der Universitätsbereiche Vaihingen und Stadtmitte erzeugt werden.
 In diesem Projekt wurde auch die zu ArcView und dem 3D Analyst gehörende objektorientierte Programmiersprache Avenue verwendet. Das Handbuch zu dieser Programmiersprache war allerdings nicht sehr ergiebig. Die Online Hilfe hilft bei auftretenden Problemen weiter, ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, da eine Menge an Objektklassen mit sehr vielen Befehlen zu Verfügung stehen. Eine Vorteil sind die von ESRI mitgelieferten und auf der Homepage von ESRI in den USA befindlichen Avenue Scripte. In diesen lassen sich viele Anregungen finden, wie mit Avenue programmiert werden kann.

Durch die Programmiersprache Avenue lassen sich vollständige 3D Objekte erzeugen. Hier ist es möglich, außer sphärischen dreidimensionalen Objekten, jede Art von Objekt zu erzeugen (Randbeschreibung). Diesen Objekte lassen sich in einer shape-Datei speichern und mit Attributen versehen, was ihre vollständige Integration in eine 3D-GIS Anwendung möglich macht. Auf diese 3D Objekte lassen sich die geometrisch-topologischen Operationen, wie zum Beispiel "Abstand von...", die ArcView in einem Menu bereitstellt, anwenden. Allerdings werden hier die dreidimensionalen Objekte auf zwei Dimensionen reduziert, was zu falschen Ergebnissen führt. An der Integration von 3D-Algorithmen wird derzeit bei ESRI noch gearbeitet.

Da sich alle 3D-Ansichten, die mit dem 3D Analyst erstellt wurden, automatisch in das VRML-Format exportieren lassen, kann die fertige Visualisierung einer großen Anzahl an Intressenten zugänglich gemacht werden. So kann ein Projekt zum Beispiel im VRML-Format im Internet publiziert werden.

Abschließend ist zu sagen, daß die Erweiterung 3D Analyst dem Benutzer in angenehmer Art und Wiese ermöglicht, seine 3D Daten in ein 3D-GIS einzubringen und visualisieren. Allerdings fehlt es noch an der sind die topologischen Operationen für dreidimensionale Objekte in Avenue noch zu verbessern. Eine weitere Verbesserung wäre, wenn in der Online-Hilfe öfter außer den Objektklassen und ihren Befehlen kurze funktionsfähige Avenue Skripte als Beispiele angegeben wären.