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Prof. Dr.-Ing. habil. Dieter Fritsch
Universität Stuttgart
Institut für Photogrammetrie
Geschwister-Scholl-Str. 24D
D-70174 Stuttgart
Tel. +49 (0)711 121 3386
Fax +49 (0)711 121 3297
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Überblick
Die Qualität einer global angelegten Informationsplattform hängt in
entscheidendem Maße davon ab, wie vielfältig und detailliert das Datenmaterial
für deren Anwendungen ist. Da der Ortsbezug in Nexus an erster Stelle steht, gilt
dieses Kriterium insbesondere für die Geodaten. Ein wichtiges Ziel innerhalb des
SFBs besteht folglich darin, unterschiedliche raumbezogene Daten, die in verschiedenen
Datenmodellen und Maßstabsbereichen erfasst wurden, innerhalb der
Nexus-Infrastruktur bereitstellen und gemeinsam verarbeiten zu können. Hierbei ist
es außerdem wichtig, auch den Übergang zwischen Daten aus Indoor-Bereichen
(wie z.B. CAFM-Daten) und Daten des Außenbereichs zu realisieren.
Zunächst gilt es daher, existierende Geodatenmodelle auf das Umgebungsmodell
von Nexus abzubilden. Ist dieser Schritt vollzogen, kommt es zu der Problematik, dass
mehrfache digitale Repräsentationen ein und desselben Realweltobjektes innerhalb
des Umgebungsmodells existieren. Diese Mehrfachrepräsentationen müssen
adäquat behandelt und aufgelöst werden, um eine gemeinsame Verarbeitung von
heterogenen Geodaten in Nexus zu gewährleisten. Hierzu muss einerseits die
horizontale Integration verfolgt werden, wobei Daten, die in ähnlichen
Maßstabsbereichen erfasst wurden, einander zugeordnet oder fusioniert werden.
In diesem Zusammenhang ist beispielsweise zu klären, inwiefern Datensätze,
die sich lediglich in Randbereichen überdecken, miteinander verknüpft werden
müssen, um blattschnittfreie und topologisch kontinuierliche Übergänge
zu schaffen. Andererseits setzt sich die vertikale Integration damit auseinander,
Geodaten aus verschiedenen Maßstabsbereichen zuzuordnen bzw. über
Conflation-Techniken zu verschmelzen.
Bei der Integration von Geodaten unterschiedlicher Herkunft treten aufgrund der
unterschiedlichen Weltsichten Inkonsistenzen auf. Beispielsweise kann es vorkommen,
dass ein Objekt im einen Datensatz andere topologische Nachbarn besitzt als im anderen.
Ebenso kann der Fall eintreten, dass sich Attribute eines Objektes im Ausgangsdatensatz
nur auf einen Teil der geometrischen Ausprägung eines Objektes im Zieldatensatz
beziehen. Als Voraussetzung für die Integration der Daten müssen daher die
möglichen Zuordnungssituationen identifiziert und modelliert werden. Auf der Basis
des entwickelten Modells kann dann die eigentliche Zuordnung stattfinden, wobei im Rahmen
des Teilprojekts eine Weiterentwicklung entsprechender Algorithmen zu leisten ist.
Hierbei sind beispielsweise Clustering-Verfahren einzusetzen, um charakteristische
Gebiete (im Bereich von Straßendaten z.B. Kreuzungsbereiche) zu klassifizieren,
für die dann jeweils angepasste Zuordnungsmethoden entwickelt werden können.
Die bei der Zuordnung auftretenden Konflikte müssen im Zuge von Fusionsoperationen
behandelt und aufgelöst werden, um kohärente Datensätze zu erzeugen. Die
Unsicherheiten bei der Zuordnung bzw. Fusion mehrfach repräsentierter Geodaten
müssen bei deren Weiterverarbeitung berücksichtigt werden, so dass Aussagen
über die Qualität von Analysen auf mehrfach repräsentierten Objekten
möglich sind.
Neben der Integration und der Analyse heterogener Geodaten ist deren Fortführung
als zusätzliche Problematik zu benennen. Dabei ist zu untersuchen, wie sich
Änderungen eines Objektes in den korrespondierenden Repräsentationen
niederschlagen und wie diese Änderungen automatisch an den einzelnen Objekten
durchgeführt werden können.
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